CIMIC - Die andere Art des Kämpfens im Kosovo

CIMIC steht für zivil-militärische Zusammenarbeit. Es ist für Soldaten eine gute Sache, direkt mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Das CIMIC – Gebäude liegt am Eingang zur Kaserne und die Zivilbevölkerung kann von außen dort hin kommen und ihre Anliegen vorbringen. Da kommen oft sehr viele Menschen. Es wird alles aufgeschrieben und dann fahren die Soldaten hinaus und sehen nach, ob der Bedarf wirklich angebracht ist etc.

In Einzelfällen organisiert CIMIC Flüge für Kranke und Behinderte nach Österreich, um so eine bessere medizinische Versorgung zu gewähren. Daneben führen die Soldaten Gespräche mit Lehrern, Verwaltungsbeamten und Politikern.

So ist es leicht vorstellbar, dass die Soldaten gerne gesehen werden. Wann immer ein Fahrzeug mit dem gelben CIMIC-Schild vorbeifährt, winken Erwachsene und Kinder fröhlich vom Straßenrand.

Das neueste Projekt ist die Errichtung einer Molkereigenossenschaft in Suva Reka. Dadurch sollen Arbeitsplätze geschaffen werden, wodurch sich die vielen Landwirte des Bezirkes ihren Lebensunterhalt mit Würde verdienen würden. Derzeit schlachten sie teilweise Kühe, weil sie die Milch nicht verkaufen können. Mit der Molkerei wird Hilfe zur Selbsthilfe verwirklicht. Das ist der Leitsatz von CIMIC und im Interesse des österreichischen Kontingentes. Es soll dazu beitragen, die Not bei 80 Prozent Arbeitslosigkeit zu lindern und Stabilität zu schaffen.

Das Geld, meist von Spendern übergeben, wird zu 100 Prozent korrekt verwaltet. Hier entstehen keine Verwaltungs- und Organisationskosten, diese Arbeit leistet das Bundesheer unentgeltlich.

Es versteht sich von selbst, dass diese Gruppe, bestehend aus acht Soldaten, spezielle Fähigkeiten aufweisen muss. Diese Soldaten sind kommunikativ, haben eine hervorragende Gesprächsführung, sind frei von Vorurteilen, sprechen gut englisch, sind fit in Projektorganisation, weisen Sensibilität für das soziale Umfeld auf, haben einen gefestigten Charakter und können Situationen rasch erfassen und beurteilen. Ein extrem schwieriger Job also, den die Österreicher bravourös meistern.